Friedrich Sebastian Feichter

Feichter, 1962 im Ahrntal, Südtirol geboren und verwurzelt mit seiner Heimat und den Traditionen der Südtiroler Region, dringt für einen Moment in andere Welten und wird damit zum Grenzgänger. Er spürt die schmalen Grate auf und thematisiert sie in seiner Kunst. 

Und dennoch strahlen seine Skulpturen eine erstaunliche Harmonie aus. Sie wirken kompakt und federleicht zugleich und versuchen der Schwerkraft zu trotzen. Zierlich, elegant, schillernd, zeitlos und erhaben erobern sie den Raum. 

Dabei gelingt dem Künstler – mit Bedacht auf die perfekte Form, Lindenholz, Metall und Kunststoff zu bannen und überlebensgroße Skulpturen entstehen zu lassen. 

Die Skulpturen selbst interagieren in faszinierender Weise mit dem Betrachter und vermitteln zwischen Realität und Utopie. Sie präsentieren sich als Wesen zwischen Himmel und Erde, zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Die Formen der Natur werden zu Feichters Kommunikationssprache, die er als Transformation von einem Innen nach einem Außen zum Ausdruck bringt. 

Seine Schaffenszyklen offenbaren einen psychologischen Moment. Einerseits dominieren organische Urformen in Kapsel- oder Sichelform als vegetabile Körper mit fragilen Beinen und Rüssel – der Schwerkraft trotzend, einer hellen sonnigen Welt entsprungen. Andererseits sind sie Manifeste der Umwandlung von lasterhafter Emotionalität in Materie, ein Ausdruck fleischlicher Begierde, die den Betrachter in die Welt der Genüsse, Abgründe, und Gefahren entführen. 

Seine Skulpturen präsentieren sich als Spiel mit der Form an sich und als Interaktionsexperiment des Betrachters selbst. Je nachdem, welche Position und welchen Blickwinkel der Betrachter einnimmt – die Antwort der Skulptur wird immer anders sein. Friedrich S. Feichters Kunst ist ein Abenteuer: Sie sind eigenständige Objekte und formal-materielle Experimente, die mit Raum und Mensch interagieren. Und sie fungieren gleichzeitig als Spiegel der Seele.

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